[Letzte Aktualisierung 25.05.10]
Dramatischer
Wandel in den Buchungswegen
Lag
im Jahr 2003 der Anteil der Buchungen, die über ein Internetportal
oder direkt über die Homepage eines Hotels getätigt wurden,
nur bei 6,1 %, schnellte er im vergangenen Jahr auf 47,3 % hoch. Der
Anteil aller elektronischen Buchungen beträgt lt. Hotelverband
Deutschland (IHA) 57,6 %.
Fehlender
Balkon ist nur ein kleiner Reisemangel
Fehlt
einem Hotelzimmer der mitgebuchte Balkon liegt zwar ein Reisemangel
vor, der jedoch nicht so erheblich ist, dass ein Pauschalurlauber
einfach ausziehen und sich ein anderes Hotel suchen darf. Allerdings
rechtfertigt das Fehlen eines Balkons eine Minderung des Reisepreises
um 20 % (LG Frankfurt/Main, Az: 2-24 S 140/09).
Urheberrechtlich
geschützte Straßenkarten auf der Web-Seite verboten
Weil
sie eine urheberrechtliche geschützte Straßenkarte auf
ihrer Homepage eingestellt hat, muss eine Gastwirtin einem Verlag
729,-- Euro zahlen (AG München, 161 C 8713/09)
Haftung
bei illegaler Herunterladung von Musikdateien aus dem Internet
Soweit
von einem Internet-Anschluss verbotenerweise Musikdateien heruntergeladen
werden, so haftet der Eigentümer für kostenpflichtige Abmahnungen
der Musikanbieter. Es kommt im Übrigen nicht darauf an, ob auch
andere Personen Zugang zu dem ans Internet angeschlossenen Computer
haben (OLG Köln, 6 U 101/09). Insbesondere Inhaber von Beherbergungsbetrieben
sollten in diesem Zusammenhang das Merkblatt des DEHOGA Hessen Nutzung
eines W-Lan-Zugangs beachten. Im Bedarfsfall stehen auch gerne
die Verbandsjuristen zur Verfügung.
Hotelsterne
- ab Januar neue Kriterien
Ab Januar 2010 gelten für die Hotelklassifizierung neue Kriterien.
Der Ausschuss Hotelklassifizierung hat auf seiner Sitzung am 12./13.
November in Berlin den Kriterienkatalog endgültig verabschiedet,
nachdem der Länderausschuss in Bremen Änderungen insbesondere
in den Bereichen Schlafkomfort, Wellness und Qualitätsmanagement
beschlossen hatte. Wie bei den beiden ersten Aktualisierungen bildete
die Basis für die Fortschreibung der Kriterien eine repräsentative
Gästebefragung, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem österreichischen
Fachverband Hotellerie in Auftrag gegeben wurde, weil der österreichische
Verband sich dem System anschließt. Ab dem nächsten Jahr
gelten im Nachbarland also die gleichen Kriterien.
Insgesamt basieren die Deutsche und Österreichische Hotelklassifizierung
auf 270 einzelnen Kriterien. Wie bisher ist das eine Kombination von
Mindestkriterien und fakultativen Kriterien, mit denen Punkte für
die jeweiligen Sternekategorien gesammelt werden können. Der
Katalog enthält künftig weniger Verbote und Vorschriften,
dafür noch mehr Motivation und Anreize für unternehmerisches
Handeln. Der Kriterienkatalog steht im Internet unter www.hotelsterne.de
zum Download bereit.
Gericht
schützt Sterne der Deutschen Hotelklassifizierung
Wirbt ein Hotel auf seiner Internetseite mit einer Sterneklassifizierung,
geht der Verbraucher davon aus, das es sich bei diesen Sternen um
solche handelt, die vom DEHOGA vergeben worden sind. Ist dies nicht
der Fall, muss der Werbende auf die von dieser Erwartung abweichende
vergebende Organisation deutlich hinweisen, so das Landgericht Aurich
in einem Urteil vom 15. September 2009.
Die Richter bestätigten damit die Auffassung, die auch andere
Gerichte in den letzten Jahren immer wieder ihren Urteilen zugrunde
legten. In dem aktuell zur Entscheidung anstehenden Fall war ein Hotel
an der Nordseeküste zwar bis Sommer 2008 nach den Kriterien der
Deutschen Hotelklassifizierung mit bewertet, warb aber noch im Oktober
2008 auf seiner Internetseite mit drei Sternen. Der beklagte Hotelbetreiber
machte vor Gericht geltend, dass er zu diesem Zeitpunkt über
das Buchungssystem HRS im systemeigenen Klassifizierungsprogramm mit
3 Sternen beworben wurde. Ein Hinweis darauf fehlte allerdings.
Der Beklagte hat durch die Verwendung der drei Sterne auf seiner Internetseite
"eine unlautere Wettbewerbshandlung in der Form irreführender
Werbung begangen", stellte das Gericht dazu fest und begründete:
"Die Verwendung der Sterne ohne Zusatz ist intransparent und
lässt für einen nicht unerheblichen Teil der angesprochenen
Verkehrskreise, also potentielle Urlauber der Küstenregion nicht
erkennen, nach welchen Kriterien die Sternevergabe erfolgt ist."
Es könne dadurch der Eindruck erweckt werden, dass es sich um
die Verwendung der offiziellen DEHOGA-Sterne-Klassifizierung handelt.
Das ist aus Sicht der Kammer heute noch ein verbreitetes Vorgehen,
deshalb gelte: Soweit die Sterne auf anderen Standards als dem vom
Beklagten benutzten HRS-Standard beruhen, ist darauf gesondert hinzuweisen
(Landgericht Aurich, Urteil vom 15. September 2009 - Az 3 O 191/08).
Keine
Schätzgebühren für Hypothekenkredite
Banken
dürfen bei Hypothekendarlehen keine Gebühren für die
Wertermittlung erheben. Entsprechende Klauseln in den Allgemeinen
Geschäftsbedingungen der Banken seien nichtig, so das OLG Düsseldorf
(Az.:I-6 U17/09).
Nebenkosten: Abrechung innerhalb eines Jahres
Wer Nebenkosten nicht innerhalb eines Jahres nach dem Auszug des Mieters
abrechnet, bleibt auf den Kosten sitzen. Dies gilt sowohl für
gemietete Wohnräume als auch für gewerblich genutzte Räume
(LG Darmstadt, Az.: 6 S 182/08).
Kehrmonopol
für Schornsteinfeger gefallen
Erstmals zu Beginn dieser Heizsaison können auch Schornsteinfeger
aus dem Ausland beauftragt werden. Möglich wurde das Aus für
das Kehrmonopol durch die EU. Seit Dezember 2008 ist durch die eingetretene
Liberalisierung der Markt aufgebrochen. Kamin kehren und Feueranlagen
prüfen, dürfte künftig zwischen 10 und 30% günstiger
werden.
Problem hierbei: Bis 2012 besteht eine Übergangszeit, in der
die deutschen Schornsteinfeger an ihre Bezirke gebunden sind. Die
Lösung besteht über eine in Deutschland zugelassene EU-Firma
mit Sitz in Österreich. Bereits über 100 deutsche Schornsteinfeger
sind zur Zeit als unabhängige Dienstleister tätig. Nähere
Infos: www.freie-schornsteinfeger.eu
Verjährungsfristen
beachten
Für alles Ansprüche des täglichen Lebens, die nicht
anderweitig geregelt sind, also z.B. für Ansprüche auf Kaufpreiszahlung,
Mietzahlung, Werklohn gilt grundsätzlich eine dreijährige
Verjährungsfrist (§ 195 BGB), unabhängig davon ob der
Anspruchsgegner Kaufmann oder Verbraucher ist. Ebenfalls nach drei
Jahren verjähren Zinsansprüche.
Die Frist bei Herausgabeansprüchen aus Eigentum und anderen dinglichen
Rechten beträgt 30 Jahre. Über die sonstigen Verjährungsfristen
geben die DEHOGA Geschäftsstellen gerne Auskunft.
Künstlersozialabgabe
sinkt erneut
Nach
der Künstlersozialabgabe-Verordnung 2010 vom 10.08.2009 (BGBl
I S 2840 S. 2840) beträgt der Prozentsatz der Künstlersozialabgabe
für das Jahr 2010 nur noch 3,9% (zum Vergleich: 2006 5,5%,
2009 4,4%).
Keine
Werbe-E-Mails
Ohne
ausdrückliches Einverständnis des Adressaten dürfen
Unternehmen keine Werbe-E-Mails verschicken. Dies sei unzumutbare
Belästigung und könne deshalb gerichtlich untersagt werden,
so das AG München (Az.: 161 C 6412/09).
Ab
2010 einheitliche Hotelsterne in Deutschland und Österreich
Zum
01. Januar 2010 führen die Hotelfachverbände in Deutschland
und Österreich ein einheitliches Hotelklassifizierungssystem
ein.
Die zukünftige Deutsche und Österreichische Hotelklassifizierung
basiert auf insgesamt 270 einzelnen Kriterien einer Kombination
von Mindestkritierien und fakultativen Kriterien, mit denen notwendige
Punktwerte je Sternekategorie gesammelt werden können. Mit
dem neuen System gelingt der Übergang weg von K.O.-Kriterien
hin zu O.K.-Kriterien: Weniger Verbote und Vorschriften sowie mehr
Motivation und Anreize für unternehmerisches Handeln.
Den Erkenntnissen einer repräsentativen Befragung von Hotelgästen
durch TNS Infratest folgend wurden bei der nunmehr routinemäßigen
inhaltlichen Überarbeitung des Kriterienkatalogs Schwerpunkte
in den Bereichen Qualitätsmanagement, Wellness und Schlafkomfort
gesetzt.
Die neuen Hotelklassifizierungskriterien kommen in Deutschland und
Österreich ab dem 01. Januar 2010 zum Einsatz. Im Internet
stehen die Kriterienkataloge unter www.hotelsterne.de
zum Download frei zur Verfügung.
Hotelzimmer
muss Foto entsprechen
In Katalogen von Veranstaltern abgedruckte Fotos von Hotelzimmern
müssen zumindest mit dem den Gast zugewiesenen Zimmer grob
vergleichbar sein. Entspricht hingegen die Ausstattung eines
Hotelzimmers nicht annähernd den Katalogfotos, können
Gäste einen Teil des Übernachtungspreise zurückfordern.
In einem Fall über den das AG Hannover zu entscheiden hatte
wurde eine Minderung von 15% des gezahlten Preises zuerkannt (Az.:
414 C 3852/08).
Bürgschaft
ohne Bank für Alle
Das
Programm Bürgschaft ohne Bank (BoB) steht ab sofort
allen kleinen und mittleren Unternehmen Hessens offen. Bisher war
der Zugang auf Existenzgründer, Unternehmensnachfolger und
junge Unternehmer beschränkt gewesen. Mit der bis Ende 2010
befristeten Ausweitung reagiert die Bürgschaftsbank Hessen
auf die aktuelle Wirtschaftslage und damit verbundenen Schwierigkeiten,
Investitionen oder Betriebsmittel finanziert zu bekommen. Das besonder
an BoB: Der Weg führt zunächst zur Bürgschaftsbank,
die im Erfolgsfall eine erstklassige Sicherheit vergibt. Mit dieser
kann der Unternehmer dann eine finanzierende Bank oder Sparkasse
finden, in der Regel zu deutlich günstigeren Konditionen.
Über Bürgschaft ohne Bank können Betriebsmittel bis
zu 300.000 Euro oder Investitionen bis zu 500.000 Euro gesichert
werden. Die Ausfallbürgschaft gegenüber der finanzierenden
Bank kann für Investitionen bis zu 80% der Kreditsumme betragen.
Für Betriebsmittelfinanzierungen sind es bis zu 60%, wenn das
Vorhaben unter das Sonderprogramm Betriebsmittel fällt, auch
bis zu 80%. Dabei setzt sich die Bürgschaftsbank für Investitionen
in die Zukunft ein, nicht aber für die Bewältigung der
Vergangenheit, Sanierungsfälle werden abgelehnt.
Weitere Informationen: www.bb-h.de
zum Bürgschaftsblog www.buergschaft-ohne-bank.de
Besteuerung
von Verzehrumsätzen
Bei
Verzehrumsätzen richtet sich die Abgrenzung zwischen Lieferungen
und sonstigen Leistungen nach dem allgemeinen umsatzsteuerrechtlichen
Grundsatz der Einheitlichkeit der Leistung. Überwiegen die
Lieferelemente qualitativ, handelt es sich insgesamt um eine Lieferung
von Nahrungsmitteln, die unter den Voraussetzungen des § 12
Abs. 2 Nr.1 UStG. dem ermäßigten Steuersatz unterliegt.
Bei einem qualitativen Überwiegen von Dienstleistungselementen
ist hingegen insgesamt eine sonstige Leistung anzunehmen, die mit
dem Regelsteuersatz nach § 12 Abs. 1 UStG zu besteuern ist
(Restaurationsleistung). Die Verfügung der Oberfinanzdirektion
regelt Einzelfragen der umsatzsteuerlichen Behandlung von Verzehrumsätzen.
(OFD Frankfurt, Verfügung vom 10.12.2008 S 7100 A-204-St110)
Ungleicher
Lohn erlaubt ungleiche Lohnerhöhung
Ungleicher Lohn kann ungleiche Lohnerhöhung rechtfertigen,
so das BAG in Erfurt. Zwar dürfe ein Arbeitgeber auch bei freiwilligen
Leistungen nicht einzelne Mitarbeiter willkürlich diskriminieren.
Der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz greife aber nicht,
wenn die Firma sachliche Gründe für eine unterschiedliche
Behandlung habe. In derartigen Fällen sei der Gleichbehandlungsgrundsatz
dann nicht verletzt. (BAG Erfurt, Az: 5AZR 486/08)
Wirtschaftskrise
erfasst Hotellerie
Rd. 20 % der Beherbergungsbetriebe haben Kurzarbeit angemeldet.
Dies ergab eine Umfrage der Fachzeitschrift "Top hotel"
unter 269 Angestellten und Arbeitgebern. Von der Kurzarbeit persönlich
betroffen sind rd. 16 % der Befragten persönlich. Rd. 44 %
der Arbeitnehmer haben sich vorsorglich über staatliche Beihilfen
bei Kurzarbeit informiert.
Energieausweis wird Pflicht auch für
Nichtwohngebäude
Ob Büro, Supermarkt, Gaststätte oder Hotel:
Ab 1. Juli 2009 brauchen alle Nichtwohngebäude einen Energieausweis.
Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn diese "neu" vermietet,
verkauft oder verpachtet werden.
Spätestens auf Nachfrage des Interessenten ist der Gebäude-Eigentümer
verpflichtet, ein solches Dokument vorzulegen.
Keine einseitige Gaspreiserhöhung
Möglicherweise können hunderttausende Kunden Gaspreiserhöhungen
künftig ablehnen, soweit ihre Versorger ähnliche Klauseln
verwenden wie diese die jetzt der Bundesgerichtshof in 2 Fällen
für ungültig erklärt hat (XIII ZR 225/07 und 56/08).
Durch Klauseln zu Preiserhöhungen würden Kunden "unangemessen
benachteiligt", da keine Pflicht zu Preissenkungen bei sinkenden
Kosten festgeschrieben seien, so der BGH.
Halber Tariflohn ist sittenwidrig
Erhalten Arbeitnehmer weniger als die Hälfte des Tariflohns,
ist das sittenwidrig (LAG Hamm AZ 6 Sa 1284/08 und 6 Sa 1372/08).
Nach Auffassung des Gerichts verstößt ein derart niedriger
Lohn gegen das was allgemein als gerecht und angemessen empfunden
wird.
Bindung an Zwischenzeugnis
Der Arbeitgeber ist beim Arbeitszeugnis an frühere Bewertungen
aus einem Zwischenzeugnis gebunden (AG Köln AZ 6 Ca 9134/08).
Aufgepasst bei Ferienjobs
Ferienzeit bedeutet für viele Schüler und Studenten auch
Arbeitszeit.
Hierzu gibt die Deutsche Rentenversicherung Hessen folgende Tipps:
Bis zu zwei Monate: kurzfristige Beschäftigung
Handelt es sich um einen "echten" Ferienjob, der im Voraus
auf maximal 50 Arbeitstage bzw. längstens zwei Monate begrenzt
ist, dann ist das Einkommen sozialversicherungsfrei - unabhängig
von der Höhe des Verdienstes. Mehrere Jobs dieser Art während
eines Kalenderjahres werden allerdings zusammengerechnet.
Länger als zwei Monate: geringfügig entlohnte Beschäftigung
Auch Aushilfstätigkeiten, die länger als zwei Monate ausgeübt
werden, sind für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei,
wenn das erzielte Arbeitsentgelt nicht mehr als 400 Euro monatlich
beträgt. Bis zu dieser Verdienstgrenze handelt es sich um eine
geringfügig entlohnte Beschäftigung,aus der lediglich
der Arbeitgeber Pauschalabgaben von derzeit 30 % des Verdiensts
zu entrichten hat. Jeder Ferienjobber hat die Möglichkeit,
den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (15
%) aus eigener Tasche auf den vollen Rentenversicherungsbeitrag
(derzeit 19,9 %) aufzustocken. Mit dieser Investition kann er vollwertige
Pflichtbeitragszeiten und somit auch volle Leistungsansprüche
erwerben.
Sonderfall Praktikum
Für Studenten im Praktikum gibt es im Bereich der Sozialversicherung
zahlreiche Sonderregelungen. Die Deutsche Rentenversicherung Hessen
empfiehlt daher, sich vor Aufnahme eines Praktikums bei den Sozialversicherungsträgern
(Arbeitsagentur, Krankenkasse, Rentenversicherungsträger) zu
informieren.
Wer Fragen hat, kann sich an das kostenlose Servicetelefon unter
der Nummer 0800-100048012 oder eine Auskunfts- und Beratungsstelle
der Deutschen Rentenversicherung Hessen wenden.
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